Mittwoch, 25. Februar 2015

Pune - letzter Tag

Die Schmerzen sind nur noch bei wenigen Bewegungen spürbar. Vielleicht heilt es schneller als gedachti.

Der Rückflug ist aber gebucht und ich habe heute morgen die Stadt erkundet. Zunächst habe ich zu Fuss das Osho Meditation Resort versucht ausfindig zu machen, das nicht weit von dem Hotel, in das ich mich einquartiert habe, entfernt sein müsste. Den Fussmarsch von der 5. Lane, in der ich wohne, zur 1. Lane habe ich doch etwas unterschätzt.

Ich war etwas verwirrt als ich in der 1. Lane angekommen überall Strassensperren ausfindig machte, auf denen Police Station stand. Ich befand mich aber nicht bei einer Police Station, sondern vor dem "Hochsicherheitstrakt" des Osho Maditation Resorts.

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Um das Resort besuchen zu können, muss man sich erstmal für umgerechnet 20 € registrieren inkl. eines HIV Tests.
Diese Registration ist angeblich einmalig. Benötigt wird der Pass und ein gültiges Visum.
Darüberhinaus muss man pro Tag einen Eintritt von Rs 1560 bezahlen (ca 23 €)
Um im Resort sich tagsüber aufhalten zu dürfen benötigt man zusätzlich eine weinrote Robe, die man am Eingang erwerben kann. Für die Abendmeditationen braucht man eine weisse Robe ( kann natürlich ebenfalls am Eingang erworben werden).
Da ich mir vorgenommen hatte, die shopping area von Pune zu besuchen, die der Lonely Planet bewirbt, habe ich auf den Besuch des Osho Centers verzichtet.

Mit einer Riksha habe ich mich dann in die Mahatma Ghandi Rd bringen lassen zu einem der beiden Souvenirläden von Pune.

Dort kann man allen möglichen Nippes kaufen: Elefanten aus Holz, Bilder aus filigranem Holz gebastelt, Schmuck, Teppiche, Saris, Schals, Tücher --- alles, was das Herz begehrt.

Und vor allem Klamotten: sowohl in indischem als auch europäischem Stil:

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Diese Frau ist echt:

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Nach 2 leckeren Mangosäften auf einem Balkon mit Blick über die "shopping mall" habe ich versucht mich zu Fuss auf den Rückweg zu machen. Irgendwann habe ich aufgegeben und mich einer Riksha anvertraut, von der ich mich bei einem Friseur habe absetzen lassen ganz in der Nähe des Hotels.
Gestern hatte ich mich dort bereits erkundigt, wieviel es kosten würde, mir die Haare waschen und kämmen zu lassen.
Den Luxus für umgerechnet 4,50 € habe ich mir heute dann gegönnt.

In etwa 12 Std werde ich hoffentlich am Flughafen in Pune mein Gepäck eingecheckt haben und auf das Boarding warten.

Kamshet

Startplatz
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Für den ein oder anderen Piloten nicht gross genug.

Dienstag, 24. Februar 2015

why leaving india

24.02.2015
Nachtrag - welcome in India.
1,5 Std vor Abflug in Kathmandu kam ich aus Pokhara an. Also nix wie so schnell wie moeglich Gepäck am nationalen Part des Flughafens abholen und ab zum internationalen Checkin.
Letztlich hat alles super geklappt und die Maschine nach Mumbay hatte kaum Verspätung.
Gegen 18 Uhr kam ich in Mumbay an. Aufgrund meiner Erfahrung vor 2 Jahren bei der Ankunft in Kolkata war ich auf alles vorbereitet.
Doch welch eine Überraschung. Ich fand mich in einem hochmodernen, sauberen Flughafen wieder. Der Mumbayer Flughafen könnte fast Abu Dabi Konkurrenz machen. Aber nur fast ;-)

Der bei Native Place gebuchte Taxifahrer war auch anwesend und so ging es ohne grosse Komplikationen gleich weiter nach Kamshet in das Nirwana Paragliding Camp. Die Fahrt dauerte ca 4 Std, d.h. gegen 23 Uhr wurde ich am Camp abgesetzt.

Ich fand mich in einem verwinkelten, labyrintischem Gebäude wieder und wurde erstmal ins Ladies Dorme gebracht. Ein Zimmer mit 3 Stockbetten, mit Zugang zu einem Toiletten / Duschraum, in dem nur Frauen untergebracht werden. Ein kurzer Hinweis, dass ich mir auf der Dachterrasse vom Buffet etwas zu essen nehmen könne. Dann war ich auch sofort wieder auf mich alleine gestellt.
Auf der Dachterrasse wurde gefeiert. Eine Truppe von ca 15 Leuten feierten irgendjemands Geburtstag. Es stellte sich für mich bald heraus, dass das Geburtstagskind eine grosse Klappe hat und glaubt witzig zu sein. Weitere Eindrücke werden nich folgen ----

Ehrlich gesagt war mein erster Gedanke:
Wo um Himmels willen bin ich hier gelandet? Was für - unangenehme - Leute sind das denn!

Das Essen war ok und bald sprach mich eine junge Frau an, dass in dem Stockbett, das man mir zugeteilt habe, eine grosse Spinne sich befände.
Na super.

Dem war auch tatsächlich so. Ein riesiges schwarzbeiniges Ungetüm klammerte sich an die Matratze. Kein willkommener Bettgenosse für mich. Irgendein Typ vom Personal kümmere sich letztlich darum. Irgendwann konnte ich dann auch endlich in Erfahrung bringen, wann es am nächsten Morgen los gehen wird zum Startplatz: 8 Uhr.

Um ehrlich zu sein, war ich etwas überrascht, dass man sich so früh auf den Weg machen wird.

Letztlich ging es am nächsten Morgen gegen 08:30 in 2 Jeeps los. Neben mir sass ein Pilot, offensichtlich aus Frankreich, der auf jede Frage eine dämliche Antwort wusste. Es stellte sich im Lauf der 2 Tage heraus, dass er sich des öfteren für 6 Monate in Kamshet aufhält und für Nirwana flights Tandems fliegt.

Gegen 11:00 waren wir dann am Startplatz, einem grossen Plateau mit 2 kleineren Erhebungen als Starthügel, die jeweils von den unterschiedlichen Agenturen genutzt werden. Bis ich mich endlich zurecht gefunden hatte wie das da so tickt, fand ich mich plötzlich in Startbedingungen wieder, die ich keineswegs moderat empfand. Im Gegenteil. Innerhalb von wenigen Minuten fegten plötzlich bis zu 35er Boeen ueber das Plateau. Ich entschied, nicht zu starten. Einige der Piloten, die sich noch irgendwie rausgehauen hatten mussten sich bald mit schwer landbaren Bedingungen auseinander setzen.
Letztlich hing ich mit noch ein paar anderen Piloten 4 Stunden lang da oben in der prallen Sonne am Startplatz rum und wartete auf startbare Konditionen.

Nach dem Landen tat es mir fast schon in der Seele weh, wie mein Glider und mein Gurtzeug aussehen. Immer noch! So viel Staub und Dreck ... unglaublich.
Gegen 21 Uhr lag ich vom Staub, Dreck und der vielen Sonne totmüde in meiner Stockbettetage.
Auf der Rückfahrt ins Camp machten wir noch Stop in Kamshet. Ich unternahm den kläglichen Versuch eine Simkarte zu kaufen. Ein indischer Kollege warnte mich, dass ich als Ausländerin keine Simkarte bekäme. Ich konnte und wollte es nicht glauben. Aber tatsächlich. Ich bekam keine Simkarte. Angeblich wegen terroristischer Vorkehrungen. Im Camp gibt es auch kein Internet, geschweige denn WLan. Tief im Innersten wusste ich bereits, dass ich mich in "Native Place" nicht sehr lange aufhalten werde.

Am nächsten Morgen ging es auch wieder gegen 08:30 los. Diesmal nur mit 1 Jeep. Wir waren ausser dem Fahrer zu fünft: der französische Tandempilot, ein älterer Gelegenheits-Pilot aus Frankreich auf Urlaub und das Grossmaul vom ersten Abend, das Geburtstag gefeiert hatte und ein Inder. So richtig klar war mir die Konstellation nicht, wer denn nun freier Pilot, wer einen Kurs gebucht hatte, ob der Tandemheini nun auch als instructor fungieren würde ---

Ausser dem Tandemheini starteten alle und es wurde offensichtlich, dass der Tandemheini den indischen Piloten coached. Die Anderen soffen ab. Ich konnte mich ganz gut halten und flog ein knappes Stündchen in den relativ soften Bedingungen. Nachdem ich gelandet war fragte ich, ob wir denn nun ins Camp zurück fahren könnten. Die Anderen wollten noch mal hoch zum Startplatz und ich entschied mich dafür, statt wieder in der prallen Sonne wie tags zuvor zu braten, auch noch einmal mit nach oben zu fahren.
Am Startplatz angekommen konnte ich feststellen, dass es merklich aufgefrischt hatte und bereits zu stärkeren thermischen Ablösungen kam. Also, dachte ich, nicht lange warten, fertig machen und starten. Der Tandemheini half noch dem indischen Piloten, startete selbst null komma nix und ich sortierte final meine Leinen als ich plötzlich völlig unerwartet von hinten einen Schlag bekam und über das steinige Plateau gezerrt wurde. Das Grossmaul, das etwa 70 m schräg hinter mir gestanden war, schlug mich von hinten um, weil er seinen Schirm nicht unter Kontrolle hatte. Was und wie genau es passiert ist, weiss ich nicht.

Mein Unterarm ist angebrochen und ich habe für Donnerstag früh um 05:30 einen Rückflug von Pune nach Berlin. Das ist nun die Geschichte, weshalb ich die Reise abbrechen werde.
Ich habe weder Lust mich während der nächsten zwei bis drei Wochen mit dem 25 kg schweren Gepäck rumzuschlagen noch die nächsten 2 Wochen hier in Pune rum zu hängen.

Selbst in Pune konnte ich keine Simkarte erwerben, die sofort gültig wäre. Aber ich habe wenigstens WLan in einem Middleclass Hotel in der Nähe des Osho Centers am Koregaon Park. Seit der Portier mitbekommen hat, dass ich verletzt bin, ist er sehr hilfsbereit und zuvorkommend.

Den ganzen Tag habe ich damit verbracht mir vom Arzt Unterlagen zu besorgen, mit denen mir vielleicht die ein oder anderen Umbuchungsgebühren und medizinischen Kosten erstattet werden, mit einer Flugbuchung und mit der Organisation meiner Rückreise. Der Arm tut mehr oder weniger höllisch weh, ist geschwollen und das trocken, heisse Klima hilft nicht unbedingt, um sich wohler zu fühlen.

Morgen werde ich noch ein bisschen die nähere Umgebung erkunden, vielleicht noch ein bisschen shoppen gehen, mir die Haare waschen und kämmen lassen ( die Mähne lässt sich einarmig echt nicht bezwingen) und dann geht es mitten in der Nacht los back to Europe.
Bye bye India.

Montag, 23. Februar 2015

Pune - good bye india

Werde die Resie abbrechen. Morgen Genaueres, weshalb.
Wann ich einen Rückflug bekommen werde ist noch ungewiss.

Ich hoffe fuer Donnerstag.

Nachtrag von vor 2 Tagen - Abflug aus Pokhara

21.02.2015
Der Flug nach Kathmandu wird nicht pünktlich starten. Heute nacht und am frühen motgen hat es stark geregnet. Die Wolken hängen tief. Wann der Flug stattfinden wird ist unklar. In einer oder in zwei Stunden? Who knows.
Ich hoffe nur den Anschlussflug nach Mumbay nicht zu verpassen.

Am Donerstag nachmittag sind Johannes und ich nach Pokhara zurück gekommen. Der Jeep holte am vormitttag unser Gepäck im Camp ab und fuhr es ins Tal. Wir bekamen irgendwann die Info, dass uns ein Taxi am Landeplatz an der Strasse nach Pokhara abholen würde.
Gegen 11:30 machten wir uns auf den Weg zum Startplatz. Gegen 12:30 startete ich. Anfangs fühlte es sich ok in der Luft an. Leider nicht lange. Schon bald musste ich feststellen, dass ich mich inmitten eines Wildbaches aus Luftbewegungen befand. Es ging hoch, runter .... Die Wetterküche brodelte und kochte. 15 Minuten später kämpfte Johannes immer noch am Startplatz mit den Startbedingungen. Ich flog noch mal zurück, um mich plötzlich in Luftmassen zu befinden, die ich ganz und gar nicht lustig fand. Nach 30 Minuten entschloss ich mich raus ins Tal zu fliegen in der Hoffnung auf einen halbwegs ruhigen Abgleiter zum Landeplatz.
Nichts da. Auch dieser Abflug war nur ungemütlich und pumpy. Ich wünschte Johannes noch viel Spass im Suppentopf und ging landen. Über dem Landeplatz kreisten eine Unmenge an Geiern und am anderen Flussufer tummelten sich auch eine Menge. Ein Nepali erzählte mir, dass dort ein Aas liegen würde.
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Das war also mein letzter Flug vom Sirkot. Tags zuvor waren die Bedingungen etwas sanfter gewesen. Soweit man von "sanft" sprechen kann.
2 Tandems sind auch unten eingelandet. Allerdings am anderen Flusssufer. ich war etwas verwirrrt.
Entschied aber dann nicht dort, sondern am "offiziellen" Landeplatz zu landen, der teilweise von einer Herde Ziegen und Rindern okkupiert war. Die Stromleitung, die ich auf der anderen Seite ausfindig machte war mir nicht geheuer.

Einer der Tandems, namens Sankor ist mit seinem Passagier und mir Richtung Jeephaltestelle gelaufen. Der Passagier ist der kleine Bruder von Babu, der sich in Pilotenausbildung befindet.
Sankor sprach halbwegs gut englisch, so dass ich endlich ein paar Infos bekam über das Camp.
Wir machten wieder wie auch tagszuvor an einer Bude halt und assen leckere Nudelsuppe.
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Frisch gestärkt machten wir uns nach ca einer Stunde wieder auf den Weg zur Jeephaltestelle.
In welchen Abständen diese fahren konnte ich nicht wirklich ausfindig machen. Auf alle Fälle war der erste Jeep gerammelt voll u.a. mit einer halben Schlafzimmereinrichtung.
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Kurze Zeit später tauchte eine Hochzeitsgesellschaft auf, die musizierten und tanzten. Die Braut war abseits untergebracht. Es scheint üblich sein, dass die Braut komplett in rot vermummt im Abseits gehalten wird.
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Ich musste auch ein Tänzchen machen.
Dann kam irgendwann ein zweiter Jeep, in den wir uns quetschten. An jeder Ecke, an jedem Baum hielt dieser an, um entweder irgendetwas abzuladen oder, weil jemand aussteigen wollte. Richtung Norden hingen über den Gipfeln bereits fette, dunkle Regenwolken. Wir haben es grade noch geschafft oben anzukommen bis die ersten Böenwalzen über das Gelände fegten. In Richtung Norden war es kohlrabenschwarz. Und tatsächlich irgendwann im Lauf des abends brachen die Gewitter los.
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Alle "kuschelten" sich in der verqualmten Küche um die offene Feuertstelle und wir assen Dal.
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Am nächsten morgen waren dann endlich in Richtung Norden die hohen 7-8000er sichtbar und endlich konnte man die herrliche Landschaft bewundern, die in den Tagen davor immer nur im Dunstnebel schemenhaft erkennbar war.
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Gestern dann mein letzter Flugtag am Sarangkot in Pokhara. Anfangs ging alles gut. Dann flog ich etwas zu früh über der Antenne ab in Richtung Westen am Grat entlang. 2 weitere tacktische Fehler und ich soff jämmerlich im Tal hintern See ab. Ich machte meine erste ECHTE Leeerfahrung, landete aber hoch konzentriert und sicher auf einem der Felder. Sofort kam eine Horde Kinder angelaufen und ein alter Mann angewackelt, der wissen wollte wie ich heisse, woher ich komme etc. Eines der Mädels übersetzte mir seine Fragen mit denen er mich auf Nepali bedrängte.
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Die Kids zeigten mir den Weg zur Hauptstrasse auf der irgendwann ein Bus vorbei kommen wird, der nach Pokhara fährt. Ich musste nicht lange warten und befand mich bald in einem örtlichen Bus der Einheimischen. Ich war eingepfercht zwischen den kleinwüchsigen Nepalesen und das Gefährt ruckelte, schepperte und rumpelte in Richtung Pokhara.
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Unterwegs stiegen noch weitere Piloten zu. Von einem erfuhr ich dann, dass Babu im Krankenhaus liegt. Tagszuvor haben ihn 10 Jungs am hellichten Tag zusammengeschlagen. Step by step erfuhr ich, dass es dabei um das Recht geht wer, wie, wo sich am grossen Kuchen des Tandemgeschäfts sich ein Stück abschneiden darf. Babu scheint einer derjenigen zu sein, die gerne gegen den Strom schwimmen, wenn er irgendwelche Restriktionen oder Anweisungen schwachsinnig findet.

Ich habe den Eindruck, dass es zwischenzeitlich in Pokhara zu viele gibt, die versuchen auf den Zug des lukrativen Tandemgeschäfts aufzuspringen.

Samstag, 21. Februar 2015

Indien ruft

Nach 2 weiteren Flügen am Sirkot bin ich gestern noch einmal in Pokhara vom Sarangkot geflogen.
Der Ausflug an den Sirkot brachte weitere Erlebnisse mit sich
:
ein Hochzeitsfest mit Musik und Tanz an der Jeephaltestelle und ein heftiges Gewitter am Mittwoch abend.
So konnte man am Donnerstag endlich die Gegend klar sehen. im Hintergrund waren dann auch endlich die 8000er sichtbar.

Fuer heute, Samstag, habe ich Fluege nach Kathmandu und dann weiter nach Mumbay gebucht. Da ich in Kathmandu relativ lange bis zum Anschlussflug warten muss, hiffe ich, Zeit genug zu haben ueber die Erlebnisse der letzten zwei Tage ausfuehrlicher zu berichten.

Jetzt muss ich aufstehen und packen.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Fliegen am Sirkot - Zweiter Tag

17.02.2015
Es ist traumhaft hier.
Keine großen Ablenkungen. Keine Parties, keine abendliche Action. Der Himmel ist heute sternenklar. Was das wohl für den morgigen Tag bedeuten wird?
Die Piloten, die hier sind sprechen nur bedingt englisch. Ein längeres, informatives Gespräch ist kaum möglich. Immerhin habe ich herausgefunden, dass einer der beiden Tandempiloten der Schwager von Babu ist.
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Gegen 11 sind wir hoch zum Startplatz gelaufen. Gestern erzählte man uns nach, dass es nach 11 immer schwieriger wird zu starten.

Ich habe auch nicht lange gewartet. Irgendetwas ist an diesem Startplatz echt tricky. Ich habe noch nicht herausgefunden was genau es ist. Ich vermute, dass man sich immer wieder in einer Leesituation befindet. Die Geländestruktur ist alles andere als simpel. Gott sei Dank hatten auch die Einheimischen Piloten alle die Absicht unten im Flusstal auf dem Landeplatz zu landen.

Keine 10 Pferde hätten mich dazu gebracht überhaupt einen Versuch zu unternehmen, um top zu landen. Irgendwann nach einer halben Stunde "Waschküche" wollte ich gerne in Richtung Landeplatz. Doch nirgendwo war ein einheimischer Pilot in der Nähe, bei dem eine ähnliche Absicht erkennbar gewesen wäre. Also blieb mir nichts anderes übrig als mich weiter in der brodelnden Thermikküche aufzuhalten, oben zu bleiben und Ausschau zu halten. Endlich machte sich ein Tandempilot auf den Weg raus. Ich nix wie hinterher. Leider flog er nicht unmittelbar in die Richtung, in der angeblich der Landeplatz liegen soll. Das war mir aber egal. Irgendwohin musste der ja. Wir überquerten ein Tal, flogen an einem Grad entlang und am Ende des Grates dachte ich, er fliegt jetzt Richtung Landeplatz. Nix da. Wieder überquerte er das Tal zurück auf einen Hang zu.
Bis ich dann endlich unten im Tal Schirme liegen sah.

Es war der Landeplatz.
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Und auch dem Tandem landete kurz nach mir ein. Heute war auf der anderen Talseite eine Art Volksfest. Irgendein hinduistischer Feiertag. Ich dackelte hinter den Piloten her und fühlte mich unter all den Nepalis wie ein Alien. Zumal ich auch ganz offen so angestarrt werde als käme ich von einem anderen Stern.

Es gab eine Schießbude von annodazumal, eine hölzerne Riesenschiffschaukel,
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die mich an meine Kindertage erinnerte, ein klappriges Riesenrad,
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ein par windige Kinderkarussells --- ich fühlte mich in die 60er Jahre meiner Kindheit versetzt.

Wir schlenderten also über diesen überfüllten Rummelplatz und traten dann den Rückweg an, wieder über den Landeplatz, ca 400 Höhenmeter den Berg hoch zur "Jeep-Haltestelle"
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Auf dem Weg dorthin machten wir an einer Imbissbude Rast wo es leckere Nudeln gab. Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir oben in unserem Camp an. Und wieder neigt sich ein ereignisreicher Tag dem Ende entgegen und ich genieße es Zeit zu haben die Eindrücke des Tages noch einmal Revue passieren lassen zu können.

Dienstag, 17. Februar 2015

Sorekregion am Sirkot

16.01.2015
Ich bin in Sirkot, bzw am Sirkot im Adventure Camp von Babu. Um 7 Uhr wurden Johannes und ich am Hotel von einem Taxi abgeholt. 2 nepalesische Frauen plus der Fahrer begrüßten uns. Eine der beiden Frauen stellte sich als Babus Ehefrau vor. Die Anderen fuhr mit uns bis hierher. Die Fahrt war bereits ein kleines Abenteuer gewesen. Nach knapp 1 Std waren wir endlich aus Pokhara draußen. Wir hatten weder Tee noch Frühstück und bald hielten wir an einem richtigen nepalesischen "Imbiss".
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Endlich kein vereuropäischtes Frühstück mit lapprigem Toast, leicht ranziger Butter und widerlich süßer Marmelade, sondern bestehend aus einem frisch im Fett gebackenen Sesamkringel, frittierten Kartoffeln, Zwiebeln und Eiern - auf Letztere habe ich verzichtet -. Ich hatte keine Ahnung wo Sirkot liegt. Immer wieder las ich am Straßenrand den Grenzstadtnamen nach Indien Sunauli. Ergo mussten wir auf einem Weg nach Süden sein.
Nach ca. 1,5 Std Fahrt hielten wir an einer Serpeninenkurve und es hieß "Aussteigen". Da stand auch ein Haus, aber ich konnte mir kaum vorstellen, dass wir bereits am Ziel sein sollten. Ein junger Nepali bestand darauf meinen Koffer zu tragen. War auch gut so. Der Weg führte treppenstufenartig steil abwärts, dann mussten wir über eine Hängebrücke und standen mitten in einem immens breiten Flussbett. Dort stand eine Art Jeep mit Ladefläche.
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Wir standen mitten auf dem Landefeld. AHA. Nun gut. Gross genug ist es. Aber wo sollte hier irgendwo im weiten Umfeld ein Startplatz sein?

Erstmal hieß es "Einsteigen". Wir beide Frauen dürften ins Fahrerhaus. Die Jungs hinten auf die Ladefläche. Dann ging es los über Stock und Stein. Über 1 Std lang tuckerten wir die steinigen Serpentinenpfade durch Schlaglöcher den Berg hinauf. Immer höher und höher. Und tatsächlich fuhren wir nach ca 1 Std durch ein Tor auf eine Art Vorplatz. Es wurde alles abgeladen, u.a. die Ziegelsteine, die auch mittransportiert wurden. Man musste eine relativ breite Steintreppe hoch und stand plötzlich auf einem riesigen Rasenplatz mit einer großen Bhuddastatue in der Mitte. An einem Ende des Platzes ein großes rundes Steinhaus, dem gegenüber ein flaches Backsteinhaus.
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Wir sind also mitten in Babus Adventurecamp angekommen. Babus Frau ist in Pokhara geblieben die andere Frau eine Pilotin in Ausbildung. Sie fliegt seit 1 Jahr. Hier schwirren weitere Nepali herum, aber so richtig verstanden was hier wer eigentlich macht und warum er hier ist, habe ich noch nicht ganz verstanden. Es gibt hier Erfahrene Piloten und solche, die das Fliegen lernen. Laut deren Aussage ist Babu ihr instructor.
Ist egal. Uns wurde zunächst 1 Zimmer mit 2 Einzelbetten zugewiesen. Aber als wir klarstellten, dass wir weder ein Paar sind noch enge Freunde und wir es vorziehen würden, wenn jeder ein eigenes Zimmer bekäme, war dies auch kein Problem.
Wir bekamen leckeres Dal und dann machten wir uns auf den Weg zum Startplatz, ca. 20 Min Fußweg.
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Es ist wahnsinnig schön hier oben. Der Landeplatz liegt etwa 900 m tief und ist von hier oben aus nicht sichtbar. Es stellte sich schnell heraus, dass es sinnvoll wäre top zu landen. Es fährt zwar ein Jeep gegen 16 Uhr von unten hoch, aber das Hochgebracht werden ist mit einem nicht unerheblich zeitlichen Aufwand verbunden.
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Wir beobachteten erstmal eine ganze Weile die einheimischen Piloten, die angeblich mehr und weniger erfahren sind. Alle sind sauber und perfekt gestartet. Das Toplanden erschien mir aufgrund der thermischen Bedingungen nicht ohne ---
Letztlich bin ich nach 45 Min sauber gestartet und habe mich der nepalesischen Thermoküche ausgesetzt. Wie schon in Pokhara finde ich das Fliegen hier ziemlich anspruchsvoll. Hier am Sirkot fordert aber auch das Starten gutes Schirmhandling und wenn man keine großen "Reisestrapazen" vom Landeplatz im Flussbecken auf sich nehmen will, muss man hier oben auch wieder Einlanden. Nach 3 Anläufen ist es mir auch ohne großen Probleme gelungen.

Jetzt liege ich glücklich und zufrieden auf meinem Doppelbett, eingekuschelt in meinen Schlafsack und freue mich auf den morgigen Tag. Draußen ist es ganz still. Keine kläffenden Hunde, keine Stromaggregate, keine hupenden Autos und wenn ich das Licht lösche ist es richtig dunkel.
Traumhaft ---

Montag, 16. Februar 2015

Chitwan Nationalpark

Seit gestern Nachmittag bin ich wieder in Pokhara. Mit der Ewa-Truppe habe ich noch 2 Tage im Chitwan Nationalpark verbracht mit einer Bootsfahrt, einer Dschungelwanderung, Dorfbesichtigung und Elefantenritt durch den Dschungel. Habe faule Krokodile gesehen, eine Unmenge an Vögeln, Wildschweine, Rehe und ein Rhinozeros mit Kind.
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Am ersten Abend haben wir auch eine Bühnenshow angeschaut. Es wurden traditionelle Tänze aufgeführt.
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2 Tage im Perk sind genug, um sich diesem touristischen Treber auszusetzen.
Bis auf Johannes und mich ist die Truppe nach Kathmandu gefahren, um heute am Montag morgen den Rückflug anzutreten.
Johannes und ich sind mit dem Bus zurück nach Pokhara gefahren.
Jetzt sitzen wir in einem Taxi nach Sirkot. Bei Babus Adventures haben wir 4 Tage Abenteuer gebucht. Babus ist ein nepalesischer Extremsportler, der u.a. vom Mt Everest mit dem Tandem geflogen ist, um dann mit dem Kajak weiter zu fahren bis zum indischen Ozean.

Donnerstag, 12. Februar 2015

Letzter Tag in Pokhara

Gestern, am Mittwoch, ging es mir schon wesentlich besser, so dass ich mich entschieden hatte mit zum Startplatz zu fahren.
Vielleicht wäre sogar die Greenwall-Route möglich?
Die Basis war nicht sehr hoch. Und der Gipfel der Greenwall war in den Wolken verschwunden. Also nicht dran zu denken die Route angehen zu wollen.
Die Sonneneinstrahlung war durch Cirren gestört und bald wurde auch ein riesiger Halo um die Sonne erkennbar.

Mal wieder, wie fast jeden Tag, müssten wir erstmal abwarten bis alle Tandem draußen waren.
Trotz all dieser "suboptimalen" Bedingungen wurde es ein wunderschönes Flugerlebnis für mich.
Es ging nicht wirklich hoch und so tummelte sich der Fliegerpulk im mäßig aktiven Hausbart. Das einmalige Erlebnis bestand für mich darin, dass sich mitten im Pulk alles an Geiern, Adlern und sonstigen gefiederten Profis mit uns gleitschirmfliegendem Primitivvolk tummelten.
So hautnah bin ich noch nie mit diesen prächtigen Voegeln geflogen. Es war Wahnsinn. Man konnte Ihnen oft direkt in die Augen sehen und oft zeigten sie mir, dass ich viel enger fliegen kann und sollte.

Auch heute, an unserem letzten Flugtag in Pokhara, zeigte sich das Wetter hold, d.h. ein Flug war auf alle Faelle möglich.
Die Basis war auch etwas höher als Tags zuvor. Aber im Westen sah es auffallend dunkel und bedrohlich aus. Und wieder grummelte es bei mir im Bauch. Sobald ich allerdings in der Luft war, war das vergessen. Ich hatte einen "schönen" Flug. In Anfuehrungszeichen gesetzt, weil mir bewusst wurde, dass man sich an alles mögliche, was so in der Luft abgeht, gewöhnen kann. Nach einigen Flugtagen beginnt man sich an die in dieser Region herrschenden thermischen Bedingungen zu gewöhnen. Alles an Geschaukle, Geraschle in der Kappe etc... Empfindet man von Mal zu Mal immer Normaler.

Heute Abend sind wir mit einem gemieteten Bus zum Sarangkot hochgefahren worden, um eine nepalesische Familie zu besuchen, bei der uns die Schwiegertocher Schandra in die nepalesische Kueche einführt.
Wir haben also unter ihrer Anleitung gemeinsam Gemuese geschnippelt, Knoblauch und Ingwer zerdrückt und und zeigen lassen wie man Nepalesisch über echtem Feuerholz kocht.
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Die Famiie hat ein relativ großes Grundstueck, das sie mittlerweile nur noch bedingt bewirtschaften. Sie haben u.a. neben dem Haupthaus ein Gebaeude errichtet, das sie als Ferienwohnung für Touristen vermieten möchten.
Es gibt darin eine große Kueche und 2 Schalfraeume mit je einem großen Doppelbett, einem Zustellbett und jeweils 1 Badezimmer. Der Standard ist fast schon besser als der in dem Hotel in Pokhara, in dem wir untergebracht sind.
Die Aussicht ist bei Sonnenuntergang gigantisch.

Das Essen war hervorragend. Und so war dieser Abend ein gelungener Abschied. Morgen früh um 8 Uhr werden wir vom Bus abgeholt und wir machen uns auf den Weg zum Chitwan-Nationalpark.
Dort werden dann noch gemeinsam in der Gruppe den Samstag mit kuriosen Abenteuern verbringen. Am Sonntag fährt die Truppe dann weiter nach Kathmandu und ich werde, zusammen mit Johannes, der auch noch 2 Wochen Zeit hat, nach Pokhara zurück fahren.

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